11.2023 n Petition Parmaksiz Ismail. Anerkennung des
Völkermordes in Dersim, ehemalige Provinz der Türkei, 1937/38
Bericht der Aussenpolitischen Kommission vom 31.
Oktober 2011
Die Kommission hat an ihrer Sitzung vom 31. Oktober 2011 die am 4.
Juli 2011 von Herrn Ismail Parmaksiz eingereichte Petition
vorgeprüft.
Die Petenten fordern die Bundesversammlung auf, Unterstützung zu
leisten, dass die Massentötung von Dersim von 1937/38 als Völkermord
anerkannt wird.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt mit 11 zu 5 Stimmen bei 1 Enthaltung, der
Petition keine Folge zu geben.
Im Namen der Kommission
Die Präsidentin: Christa Markwalder
1. Inhalt der Petition
2. Erwägungen der Kommission
1. Inhalt der Petition
Die Petenten fordern vom Parlament:
Die Anerkennung der Massentötung von Dersim (1937-38) als Völkermord
Entschuldigung der Türkischen Republik bei den Opfern und deren
Nachkommen
Recht auf Wiedereinbürgerung für vertriebene ehemalige Einwohner und
deren Nachkommen
Unterstützung bei der Wiedereinbürgerung für vertriebene ehemalige
Einwohner und deren Nachkommen, wenn diese es wünschen
finanzielle Unterstützung für die Wiedereinbürgerung
Abfindung für die Überlebenden, Vertriebenen und die zweite
Generation der Nachkommen
Dokumentation bspw. in Schulbüchern, Museen, Archiven und in der
türkischen Geschichte
Förderung der Versöhnung
Bekanntgabe des Ortes wo Seyid Riza, sein Sohn und seine Gefährten
begraben sind
Umbenennung aller kurdischen Dörfer und Städte im Speziellen Dersim
(heute Tuncelli)
Stopp aller Projekte zum Bau von Staudämmen, die kurdische Städte,
Siedlungen, kulturelle Städte und landwirtschaftliche Felder
überfluten würden.
2. Erwägungen der Kommission
Die Kommission hat von den Ereignissen von 1937/38 in Dersim
Kenntnis genommen. Sie ist der Ansicht, dass eine historische
Aufarbeitung dieser Ereignisse wichtig sei.
Von Seiten der Schweiz soll ein konstruktiver Dialog und eine aktive
Politik zur Förderung der Menschenrechte und der
Vergangenheitsaufarbeitung geführt werden. Angesichts der Tatsache,
dass sich die Schweiz in internationalen Gremien für religiöse und
ethnische Minderheiten einsetzt, beantragt die Kommission, der
Petition keine Folge zu geben.