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ANLÄSSLICH GENOZIDS IM
JAHRE 1938 IN DERSIM ERHEBEN WIR ANKLAGE GEGEN DIE TÜRKEI
Zur Schaffung einer strikt einheitlichen Nation, haben die
nationalistischen Jungtürken gegen die Völker der Osmanischen
Reiches, die weder Türken und noch Muslime waren, eine erbitterte
und blutige Vernichtungskampange gestartet. Um den Völkermord an den
Armeniern zu rechtfertigen, hat die damalige Regierung der
Jungtürken, „İttihat-Terakki“, den ersten Weltkrieg sowohl als eine
günstige Gelegenheit auch einen Anlass dazu genommen. Während dieser
Zeit wurden unzählige Armenier, Griechen,Aramäer und Assyrer
ermordet und zu hunderttausenden deportiert.
Nach dem ersten Weltkrieg und dem Niedergang des Osmanischen Reiches
wurde das Vakuum der Machtlücke des Reiches wieder durch den anderen
nationalistischen Flügel der Kemalisten besetzt, diese haben
anschließend die Republik Türkei gegründet.
Nach dem Völkermord an den Armeniern hat der neu gegründete
türkische Staat zwischen 1937-38 als die Aufmerksamkeit der
Weltöffentlichkeit sich
total auf das Schicksal des zweiten Weltkrieges konzentrierte, einen
zweiten Völkermord geplant und ihn exemplarisch durchgeführt. Die
kemalistischen Nationalisten haben diesmal den Völkermord an den
alevitischen Kizilbas-Dersimern begangen. In diesem Völkermord kamen
40-70.000 Dersimer ums Leben, tausende wurden Zwangsdeportiert. Der
1938er Völkermord und die Zwangsdeportation kann niemals weder als
ein Unfall noch als ein einzelner Zwischenfall bezeichnet werden.
Dieser Völkermord wurde bis ins Details im Voraus geplant und
exemplarisch durchgeführt. Die Dersimer unterscheiden sich von den
Türken und sind ein eigenständiges Volk. Der Völkermord an den
Dersimern war einerseits ein ethnischer Säuberungsakt des neu
gegründeten kemalistischen Staates und andererseits, wie bis jetzt,
eine Fortsetzung der Verfolgung und Vertreibung der
Aleviten-Kizilbas-Dersimer während des Osmanischen Reiches.
Die Überlebenden des 38er Genozids haben ihre Erlebnisse den
kommenden Generationen als Dokumentation übermittelt. Vor allem die
Orte, an denen die Massengräber sich befinden, sind durch Zeitzeugen
dokumentiert und außerdem weiß die Bevölkerung vor Ort bescheid.
Als Unterzeichner erheben wir hiermit Anklage gegen die Republik
Türkei anlässlich des 38er Völkermords an unserem Volk und unseren
Angehörigen.
Wir sind persönlich davon betroffen und traumatisiert und tragen
Spuren von unsäglichen Schmerzen noch in uns.
Wir unterstützen in diesem Sinne die Initiative und fordern, dass
die Türkei wegen des 38er Völkermords und Verbrechen gegen die
Menschlichkeit verurteilt wird.
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